Tagesausflug mit der Fotogruppe Bad Staffelstein ins Thüringer Schiefergebirge
Tagesausflug mit der Fotogruppe Bad Staffelstein ins Thüringer Schiefergebirge

Tagesausflug mit der Fotogruppe Bad Staffelstein ins Thüringer Schiefergebirge

Ein abwechslungsreicher und erlebnisreicher Tagesausflug führte mich mit der Fotogruppe Bad Staffelstein in das Thüringer Schiefergebirge. Auf dem Programm standen drei ganz unterschiedliche, aber gleichermaßen interessante Ziele: eine Draisinenfahrt über die beeindruckende Ziemestalbrücke, der Besuch des Wasserkraftmuseums in Ziegenrück sowie ein Besuch des Technischen Denkmals „Historischer Schieferbergbau“ in Lehesten.

Neben vielen fotografischen Motiven bot der Tag spannende Einblicke in Technik, Industriegeschichte und die beeindruckende Landschaft des Thüringer Oberlandes.

Mit der Draisine über die Ziemestalbrücke

Der erste Programmpunkt führte zur Thüringer Oberlandbahn, wo eine Draisinenfahrt auf einer stillgelegten Eisenbahnstrecke anstand. Schon nach den ersten Metern wurde deutlich, dass diese Fahrt weit mehr als eine gewöhnliche Freizeitaktivität ist. Die Strecke verläuft durch eine reizvolle Mittelgebirgslandschaft, führt durch mehrere Tunnel und über historische Viadukte. Höhepunkt ist zweifellos die Überquerung der berühmten Ziemestalbrücke. (Thüringer Oberlandbahn)

Die Ziemestalbrücke wurde zwischen 1893 und 1894 als Teil der Bahnstrecke Triptis–Marxgrün errichtet. Der eindrucksvolle Stahlviadukt überspannt das bewaldete Ziemestal auf einer Länge von 115 Metern und erreicht eine Höhe von 32 Metern. Die Konstruktion galt zur Bauzeit als technische Meisterleistung und ist heute eines der markantesten Bauwerke der Region.

Während der Fahrt boten sich immer wieder reizvolle Ausblicke auf die umliegenden Wälder und Täler. Besonders auf der Brücke selbst eröffnete sich ein faszinierender Blick in die Tiefe des Ziemestals. Es ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten, die historische Eisenbahntechnik mit der umgebenden Natur in Szene zu setzen. Die Kombination aus Bewegung, Landschaft und Industriekultur machte diesen Abschnitt des Ausflugs zu einem besonderen Erlebnis.

 

Besuch im Wasserkraftmuseum Ziegenrück

Nach der Draisinenfahrt ging es weiter nach Ziegenrück zum Wasserkraftmuseum, das von Vattenfall betrieben wird. Das Museum befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Fernmühle, die Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem Laufwasserkraftwerk umgebaut wurde und zu den ältesten noch erhaltenen Wasserkraftanlagen Deutschlands zählt.

Das Museum vermittelt anschaulich die Geschichte der Energiegewinnung aus Wasserkraft. Besonders beeindruckend sind die historischen Turbinen und Generatoren, die teilweise noch heute funktionsfähig sind. Zahlreiche Modelle und Ausstellungen erklären die Entwicklung der Wasserkraftnutzung entlang der oberen Saale.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist die sogenannte „Saalekaskade“, ein System aus mehreren Talsperren entlang der Saale. Ein großes Reliefmodell zeigt eindrucksvoll die Lage und Funktion dieser Anlagen. Daneben werden auch traditionelle Handwerkstechniken vorgestellt, die früher die Wasserkraft als Energiequelle nutzten. 

Für fotografisch Interessierte bietet das Museum spannende Motive: historische Maschinen, technische Details, große Schwungräder und die eindrucksvolle Architektur des Kraftwerks. Besonders reizvoll waren die Kontraste zwischen den alten technischen Anlagen und den modernen Informationsbereichen. Auch eine Bachstelze und Schwalben durfte ich fotografieren.

Historischer Schieferbergbau in Lehesten

Den Abschluss des Ausflugs bildete das Technische Denkmal „Historischer Schieferbergbau Lehesten“. Der Ort gehört zu den bedeutendsten Zentren des europäischen Schieferabbaus. Bereits seit dem 13. Jahrhundert wurde hier Schiefer gewonnen, der als Dach- und Wandschiefer in ganz Deutschland Verwendung fand. (Schieferpark)

Das Denkmal befindet sich im ehemaligen Staatsbruch, einem gewaltigen Tagebau, der über Jahrhunderte das wirtschaftliche Leben der Region prägte. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde die Anlage 1993 als technisches Denkmal eröffnet. Besucher erhalten hier einen authentischen Einblick in die Arbeitswelt der Schieferbergleute.

Besonders beeindruckend sind die historischen Betriebsgebäude, die große Doppelspalthütte und die originale Göpelschachtanlage, die seit dem 19. Jahrhundert an ihrem ursprünglichen Standort erhalten geblieben ist.

Das Gelände besitzt heute nicht nur industriegeschichtliche Bedeutung, sondern liegt auch in einem wertvollen Naturraum. Der ehemalige Tagebau mit seinem tiefen Schiefersee bildet einen faszinierenden Kontrast zwischen Technikgeschichte und Naturentwicklung. Für Fotografen ergeben sich hier zahlreiche spannende Motive – von historischen Maschinen über markante Gebäude bis hin zu eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen. 

Der Ausflug bot eine gelungene Mischung aus Naturerlebnis, Technikgeschichte und fotografischen Möglichkeiten. Die Fahrt über die imposante Ziemestalbrücke, die spannenden Einblicke in die Welt der Wasserkraft in Ziegenrück sowie die beeindruckende Geschichte des Schieferbergbaus in Lehesten machten den Tag zu einem abwechslungsreichen Erlebnis. Neben vielen neuen Eindrücken und interessanten Informationen konnte ich zahlreiche fotografische Motive entdecken und einen weiteren schönen Tag in geselliger Runde verbringen.