Unsere Kolumbienreise 2026 begann mit einem langen Flug mit Lufthansa von Frankfurt am Main nach Bogotá. Schon beim Landeanflug auf die Hauptstadt (2700m über dem Meeresspiegel) spürte man, dass wir uns auf ein völlig anderes Abenteuer vorbereiteten – doch der eigentliche Kontrast folgte am nächsten Tag: Der Weiterflug mit Satena brachte uns tief hinein in den Osten des Landes, ins abgelegene Orinokobecken, nach Inírida. Beim Einchecken gab es schon die ersten Probleme wegen des Handgepäcks. Um speziell Vögel zu fotografieren benötigt man halt große und schwere Objektive…
In Inírida angekommen, empfing uns eine Welt aus tropischer Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit. Bei 30 bis 35 Grad Celsius und nahezu konstant schwüler Luft fühlte sich jeder Schritt an wie mitten im Dampfbad. Die Reise fand während der Trockenzeit statt – was man besonders am Fluss bemerkte: Der Wasserstand des Río Inírida war außergewöhnlich niedrig, große Sandbänke ragten aus dem Wasser, und viele Uferbereiche waren trocken gefallen. Dadurch konnten auch keine größeren Boote den Fluss befahren, so dass die ganze Region unter Mangel an Treibstoff litt. Die Folge davon waren mehrere Stromausfälle, da die Generatoren nicht mehr angetrieben werden konnten.
Wir verbrachten insgesamt vier Nächte vor Ort und waren jeden Tag viele Stunden unterwegs – meist früh morgens und am späten Nachmittag, begleitet von lokalen Guides, die den Regenwald wie ihre Westentasche kannten.
Unser Hauptziel: Vögel fotografieren.
Das Orinokobecken zählt zu den artenreichsten Regionen Südamerikas. Schon nach wenigen Minuten im Wald hörte man überall Rufe, Flügelschläge und das Rascheln des Lebens im Dickicht. Immer wieder entdeckten wir farbenprächtige Arten, von Tukanen bis zu seltenen Spechten und Tangaren.
Neben den Wanderungen unternahmen wir auch mehrere Bootstouren. Vom Wasser aus eröffnete sich ein ganz anderer Blick auf die Landschaft. Die flachen Flussarme, die ruhigen Lagunen und die Ufervegetation boten perfekte Bedingungen, um Vögel in ihrem natürlichen Lebensraum zu fotografieren – oft aus nächster Nähe.
Ein ganz besonderes Highlight dieser Region sind die sogenannten White Sands – helle Quarzsandflächen, die eine eigene, fast unwirkliche Landschaftsform bilden. Diese Lebensräume sind nicht nur optisch beeindruckend, sondern auch biologisch hochspannend: Durch die speziellen Bodenbedingungen haben sich hier zahlreiche endemische Arten entwickelt, die nur in solchen Weißsandgebieten vorkommen.
Gerade diese Mischung aus Regenwald, Flusslandschaften und White-Sand-Ökosystemen macht Inírida zu einem Hotspot der Biodiversität.
Die Tage in Inírida waren intensiv, schweißtreibend – und zugleich unvergesslich. Selten haben wir eine Region erlebt, in der die Natur so präsent, so vielfältig und so ursprünglich ist. Das Orinokobecken war der perfekte Auftakt für unsere Kolumbienreise 2026.
Und dies war erst der Anfang…