Das Donaudelta befindet sich im Mündungsgebiet der Donau in das Schwarze Meer. Es stellt nach dem Wolgadelta das zweitgrößte Delta Europas dar und umfasst ein Gebiet von 5800 km², wovon 72 % mit einer Fläche von 4178 km² unter Naturschutz stehen. Diese Fläche liegt zu 82,5 % im rumänischen Teil der Landschaft Dobrudscha sowie zu 17,5 % in der Ukraine. Das Delta ist seit 1990 ein Biosphärenreservat.
In dem Biosphärenreservat konnten bisher etwa 5200 Tier- und Pflanzenarten katalogisiert werden. Die hohe Artenzahl wird einerseits auf das große Angebot von aquatischen und terrestrischen Lebensräumen zurückgeführt, zum anderen auf das geografische Zusammentreffen der zentraleuropäischen Wälder und des Balkangebirges mit den mediterranen Regionen. Die eng miteinander verbundenen Lebensräume wie Röhrichte, schwimmende Inseln, Altarme und Seen, Auwälder und extreme Trockenbiotope in den Dünen bilden im Mündungsgebiet ein einzigartiges Netzwerk von über 30 Ökosystemen. Manche dieser Arten gelten als selten oder vom Aussterben bedroht. Das Reservat beherbergt das mit einer Ausdehnung von etwa 1800 km² weltweit größte zusammenhängende Schilfrohrgebiet und ein bedeutendes Vogelschutzreservat mit der größten Kolonie des Rosapelikans und der zweitgrößten des Krauskopfpelikans Europas.
Krauskopfpelikan
Rosapelikan
Und genau in dieses Gebiet führte mich eine Fotoreise mit der Naturfotowerkstatt.
Geflogen von Frankfurt nach Bukarest, Ankunft dort ca. 13.00 Uhr. Anschließend Transfer von 6 Teilnehmern plus Reiseleiter Heinz Hudelist mit dem klimatisierten Sprinterbus nach Tulcea und dort direkt auf unser Hotelboot, dass uns direkt ins zentrale Delta brachte. Jeder Teilnehmer hatte eine Einzelkabine mit Bad und WC. Während des Aufenthaltes hatten wir das Hotelboot für uns ganz alleine.
Vom Hotelboot aus fuhren wir dann mit einem kleinem Motorboot in die Nebenarme des Deltas. Eine Tour für ca. 5 Stunden gleich frühs zum Sonnenaufgang und eine zweite Tour für ca. 4 Stunden am späten Nachmittag. Als versierter Guide stand uns Daniel Petrescu von Ibis-Tours mit Rat und Tat zur Seite. Er führte uns als Bootskapitän direkt durch die Kanäle und Seen des Deltas zu den verschiedenen Vogelarten, ihren Nistplätzen, Brutkolonien und bevorzugten Aufenthaltsorten.
Folgende 86 Arten an Vögeln konnten wir entdecken:
Hinweis: Ein Großteil der Vogelnamen trägt eine Verlinkung, d.h. ein Klick auf den Namen und schon geht’s zu den Bildern auf flickr. Wem dies zu umständlich ist, kann sich hier gleich auf meiner ganzen flickr-Seite umschauen.
Zwergtaucher, Rothalstaucher, Haubentaucher, Sterntaucher, Schwarzhalstaucher, Rosapelikan, Krauskopfpelikan, Kormoran, Zwergschabe, Graureiher, Purpurreiher, Silberreiher, Seidenreiher, Rallenreiher, Nachtreiher, Zwergdommel, Weißstorch, Sichler, Höckerschwan, Graugans, Schnatterente, Krickente, Stockente, Knäkente, Tafelente, Moorente, Reiherente, Zwergsäger, Wespenbussard, Seeadler, Rohrweihe, Turmfalke, Rotfußfalke, Baumfalke, Fasan, Teichhuhn, Bläßhuhn, Stelzenläufer, Kiebitz, Uferschnepfe, Waldwasserläufer, Sturmmöwe, Fischmöwe, Lachmöwe, Flußseeschwalbe, Weißbart-Seeschwalbe, Weißflügel-Seeschwalbe, Trauerseeschwalbe, Ringeltaube, Türkentaube, Kuckuck, Eisvogel, Bienenfresser, Blauracke, Wiedehopf, Kleinspecht, Grauspecht, Buntspecht, Uferschwalbe, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Bachstelze, Schafstelze, Amsel, Schilfrohrsänger, Teichrohrsänger, Sumpfrohrsänger, Drosselrohrsänger, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke, Gartenrotschwanz, Bartmeise, Schwanzmeise, Kohlmeise, Blaumeise, Beutelmeise, Waldbaumläufer, Pirol, Elster, Saatkrähe, Nebelkrähe, Star, Rohrammer, Buchfink, Haussperling, Feldsperling.
Hier noch der Link zu den Eindrücken der Reise.
Nach 5 Tagen intensivem Fotografieren (Sonnenbrand an den Handoberflächen und Krämpfe in der linken Hand vom Teleobjektiv) wurden wir mit dem Boot zurück nach Tulcea gebracht, von dort aus mit einem Vito nach Bukarest und dann gings für die Teilnehmer mit den verschiedenen Airlines zurück in die jeweilige Heimat.
Diese Reise stellt einen weiteren Höhepunkt in meinem (fotografischen) Leben dar. Hier passte einfach alles zusammen: Guide, Reiseleiter, andere Teilnehmer, Crew an Bord, Bevölkerung vor Ort. Du bist 5 min auf dem Boot und komplett weg vom Lärm der Zivilisation. Dieses intensive Erleben der Natur bleibt für mich unvergessen. Wer irgendwann einmal die Chance hat, das Donaudelta und die Artenvielfalt dort zu besuchen, sollte dies unbedingt tun.
Fotosession am Morgen